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Arbeitssucht -”Karoshi” nennt der Japaner den plötzlichen Tod durch Überarbeitung!

Stress
Endlich wird neben dem Symptom “Burn-Out”auch die Ursache, die Sucht, ein Thema! Wer sich in dem kleinen Abschnitt hier wieder findet sollte darüber nachdenken, wie und was geändert werden kann.
Arbeitssucht befällt Männer und Frauen gleichermaßen. Es werden etwa 13 Prozent der berufstätigen Bevölkerung als gefährdet eingeschätzt. Holger Heide, bis zu seiner Emeritierung Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bremen, hat mehr als 50 Publikationen zu diesem Thema herausgegeben. Er schätzt, dass in bestimmten Berufsgruppen – etwa bei Selbständigen – sogar jeder Vierte gefährdet oder erkrankt ist. Sein Fazit: “Die Arbeitssucht entwickelt sich zunehmend zu einem Massenphänomen.”
Das Massenphänomen hat Symptome, die von den Mitmenschen zunächst wohlwollend zur Kenntnis genommen werden. Mal eben den hohen Bürostapel zu Hause abgearbeitet, dann die Mittagspause durchgemacht, Überstunden geleistet ohne Ende? “Ein echter Workaholic”, sagen die Kollegen in solchen Fällen anerkennend. Aber irgendwann rebellieren Körper und Geist: Schlafstörungen, Schweißausbrüche, Depressionen und Burn-out sind die Folgen, ein freier Tag wird zur Horrorvorstellung. Ja, Süchtige können sich buchstäblich tot arbeiten.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – bis es schließlich nur noch Arbeit gibt. Mit dem Suchtmittel Arbeit können Arbeitssüchtige ihre Gefühle so betäuben wie körperliche Leiden mit einer Schmerztablette.
Auch in anderen Bereichen, wie etwa beim Einkaufen, dem Essen oder der Sexualität, zeigten Arbeitssüchtige häufig ein exzessives Verhalten. die Erfahrungen zeigen:
Die Heilungschancen bei der Arbeitssucht sind schlechter als bei der Alkoholsucht. Die Anerkennung durch die Arbeit ist ein so starker Motor, den Süchtige nicht einfach abschalten können. Sich also eine Art Ersatz-Anerkennung zu suchen, ist schwer, für manche unmöglich.
Quelle: Zeit Online